Graubünden

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colorfish.ch - Sommerliche Mikro-Abenteuer in den Alpen

Ich musste weit reisen, um heraus-zufinden, dass es auch zu Hause wunderschön ist …

Ich bin in den Schweizer Alpen aufgewachsen, genauer gesagt in Davos. Damals mussten wir natürlich des Öfteren mit den Eltern oder der Schule wandern gehen. Wirklich zu schätzen gewusst habe ich die Schönheit dieser Berge bis dahin aber nicht bewusst. Nach fünf Jahren auf dem Fahrrad – die meiste Zeit in Südamerika – war es nicht leicht, sich irgendwie in der Schweiz zurechtzufinden. Aber diese Berge haben mir sehr dabei geholfen. Ich kann einfach vor die Tür treten und befinde mich quasi schon im Alpenparadies. Immer wieder packe ich also mein Zelt in den Rucksack und mache mich auf den Weg, wieder eine neue Ecke zu erkunden. Und von diesen Ecken und Orten gibt es so viele, dass mir bestimmt nicht so schnell langweilig wird.

Mein momentan neues Heim ist Chur. Die kleine Stadt am Fusse der Alpen ist ebenfalls idealer Ausgangspunkt für viele tolle Wanderungen. Hier bin ich also, in den schönen Bündner Bergen, und lerne sie langsam, aber sicher so richtig kennen. Irgendwo zwischen Davos und Chur.

Maienfelder Furgga

Eindrückliche Steinlandschaften auf dem Walserweg zwischen Arosa und Davos

Die Maienfelder Furgga verbindet die beiden berühmten Tourismusstationen Davos und Arosa, die Strecke ist auch eine Etappe des Walserweges. Ich steige über die Stafelalp – übrigens Rückzugsort des deutschen Malers Ernst Ludwig Kirchner – langsam hoch auf den Chummerberg. Nach einem steilen Aufstieg zieht sich der Weg langsam mit Sicht auf die verwitterten Kalktürme der Amselflue auf die Maienfelder Furgga. Dort oben steht eine kleine Schutzhütte, doch ich ziehe mein Zelt diesen Hüttchen immer vor. Sprich, ich friere lieber im eiskalten Wind und bekomme kaum mein Zelt aufgestellt. Und das mitten im Sommer. Dafür ist der Ort wirklich einmalig schön, gleich neben einem kleinen See habe ich eine flache Stelle gefunden. Immer wieder höre ich irgendwo Steine und Geröll runterrutschen. Das wird  die ganze Nacht so weitergehen, übrigens eine eiskalte Nacht. Die jedoch wieder einmal mit einem einmalig schönen Sternenhimmel belohnt wird.

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Der Abstieg nach Arosa ist steil und der Weg mit seinem losen Geröll sehr rutschig. Bald tut sich der Blick auf das im Tal liegende Arosa auf. Der Weg führt weiter durch den schönen Furggawald und gemeinerweise landet man in Arosa im tiefen Talboden, der Weg zum Bahnhof beinhaltet nochmals einen guten kleinen Anstieg.

Route

Davos-Frauenkirch 1505 m – Stafelalp 1894 m – Chummerberg 2322 m – Maienfelder Furgga 2436 m – Furggabödeli 1905 m – Arosa 1739 m

Distanz: 16,1 km / Dauer: 6,25 Std.
Aufstieg: 1020 m / Abstieg: 820 m